Alzheimer – die Krankheit im Verlauf

Durch die steigende Lebenserwartung in den nächsten Jahrzehnten ergibt sich für die Alzheimer Kranken eine längere Krankheitsdauer und somit die Zunahme der Pflegebedürftigkeit. Diese verlangt eine adäquate Form der Pflege und Therapie, die, so lange wie möglich in der gewohnten Umgebung erfolgen sollte.

Um den Umgang mit dementen Patienten zu erleichtern, ist es notwendig, etwas über die Krankheit selbst zu erfahren:

Die Symptome der Alzheimer Demenz zeigen sich in der Veränderung


Verlauf

Die Krankheit beginnt mit Störungen der Merkfähigkeit und Konzentration. Es werden Dinge ständig verlegt, Termine vergessen und begonnene Tätigkeiten nicht mehr zu Ende geführt, wodurch der Alltagsablauf durcheinander gerät. Dies führt zu Unsicherheiten. Der Betroffene ist verärgert, leicht reizbar und ängstlich.

Durch die mangelnde Konzentrationsfähigkeit werden soeben angefangene Tätigkeiten plötzlich beendet und neue Tätigkeiten begonnen. Bei der Durchführung vertrauter Aufgaben verringern sich die Genauigkeit und die Ausdauer. Da auch Wahrnehmungsstörungen hinzukommen, haben die Betroffenen Schwierigkeiten beim Auffassen und Erkennen von Informationen.

In weiterer Folge kommen Orientierungsstörungen hinzu, die sich anfangs auf die Zeit und den Ort beziehen, d.h. der Alzheimer Kranke weiß nicht, welcher Tag gerade ist oder welche Jahreszahl wir schreiben und er findet sich an unbekannten Orten nicht mehr zurecht. Später orientiert er sich auch an bekannten Orten nicht mehr, findet bestimmte Dinge in der eigenen Wohnung nicht.

Im weiteren Verlauf der Erkrankung weiten sich diese Orientierungsstörungen auch auf die Orientierungsfähigkeit zur Situation und zur eigenen Person, d.h. der Betroffene weiß nicht, wer er ist oder wo er ist und was er hier macht.

Die nun auftretenden Denkstörungen äußern sich in der Verlangsamung, Umständlichkeit und Zähflüssigkeit des Gedankenablaufes, dem Verlust der Zielvorstellung und Weitschweifigkeit. Auf inhaltlicher Ebene beschränkt sich das Denken auf konkrete Alltagsbedürfnisse. Das abstrakte Denkvermögen und die allgemeine Urteils- und Entscheidungsfähigkeit nehmen immer mehr ab.

Als „apraktische Störung“ werden in der Fachsprache jene Schwierigkeiten bezeichnet, die den Betroffenen daran hindern, Handlungsentwürfe in die Tat umzusetzen. Diese treten im Verlauf der Erkrankung immer mehr in den Vordergrund und machen den Alltag, wie etwa den Umgang mit Kleidungsstücken oder Besteck immer schwieriger.

Auf der sprachlichen Ebene äußert sich die Demenzerkrankung schon im Anfangsstadium durch Wortfindungsstörungen.Im weiteren Verlauf kommt es zum Verlust der Fähigkeit, Sprache zu verstehen bzw. verarmt die Sprachproduktion zusehends. Wörter werden unpräzise ausgesprochen, neue Wörter werden kreiert. Bei starkem Fortschreiten der Erkrankung kommt es zum Sprachzerfall und letztlich zum völligen Verlust der Sprachfähigkeit.

Im Verlauf der Demenzerkrankung treten auch Bewegungsstörungen auf. Bei 72% der Erkrankten ist eine Gangstörung zu beobachten. Mit Fortschreiten der Krankheit werden kleinere, schlurfende Schritte gemacht. Durch zunehmende Ungeschicklichkeit fällt dem Betroffenen das Aufstehen von einem Sessel oder aus dem Bett immer schwerer. Die Sturzgefahr erhöht sich. Im Endstadium reduzieren sich die Bewegungen auf einige wenige, stereotype Automatismen.

Neben den oben beschriebenen kognitiven Störungen treten ebenso Persönlichkeitsstörungen, Schlafstörungen und Antriebsstörungen auf, die durch ihre Dynamik anfangs aggressives, dann depressives Verhalten auslösen und den Umgang mit dem Alzheimer Kranken erheblich erschweren.